20 Prozent Kürzung der Solarförderung bei den Großen – Was bedeutet das für Solardachziegel?

SolarförderungDie Kürzung der Solarförderung kann die Erreichung der Klimaschutzziele beeinflussen

Gemäß dem Wirtschaftsministerium ist eine Kürzung von Solardachförderungen bei Photovoltaik-Anlagen größeren Ausmaßes von 20 Prozent geplant. Dies stößt einigen Experten aus der Branche sauer auf. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass Deutschland sein jährlich festgelegtes Zubauziel von 2,5 Gigawatt neu realisierter Photovoltaik-Leistung heuer zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder erreicht hat, löst dieser Schritt Unverständnis aus.

Die wichtigsten Fakten zur Kürzung der Förderung

Von der neuen Regelung sind Anlagen mit Werten zwischen 40 und 750 Kilowatt betroffen. Die Regierung erklärt diesen Schritt damit, dass die Preise für jene Produkte in den letzten Monaten sehr stark gesunken sind. Der Grund dafür ist ein Überangebot an jenen Anlagen, was sich letzten Endes auch in Deutschland bemerkbar macht. In der Vergangenheit führte dieser Trend dazu, dass es in Bezug auf große Photovoltaik-Anlagen – hiermit sind vor allem Installationen mit über 60 Kilowatt gemeint – zu einer Überförderung kam. Gemäß der EU-Kommission ist eine solche Überförderung zu melden, sodass eine Anpassung erfolgen kann. Dies ist durch die Regierung erfolgt, weshalb ab 01. Jänner 2019 eine Anpassung des Werts erfolgt.

Kritik an der Kürzung der Solarförderung

Im Oktober 2018 lag der Wert für die Förderung je Kilowattstunde bei 10,68 Cent. Im Jahr 2019 soll diese Zahl auf das Niveau für Freiflächenanlagen abgesenkt werden. Dann wird die Förderung bei 8,33 Cent je Kilowattstunde liegen. Die neue Regelung stößt aber auch auf Kritik. Gemäß dem Bundesverband Solarwirtschaft kann das Gesetz zur Folge haben, dass die Investitionsbereitschaft seitens gewerblicher Photovoltaik-Investoren deutlich sinkt. Einige Experten aus der Branche halten die Kürzung der Solarförderung gar für übertrieben. Berechnungen des Verbands ergaben, dass in etwa die Hälfte der neu installierten Anlagen von dem neuen Gesetz betroffen sein wird.

Die Bedeutung für das Klimaschutzziel

Fachkräfte sind der Meinung, dass Deutschland sein Klimaschutzziel lediglich dann erreichen kann, wenn der Photovoltaikausbau sowohl auf Freiflächen als auch auf den Gebäuden erhöht und gefördert wird. Denn mit der neuen Solarförderung werde einer der wichtigsten Motoren zur Energiewende gebremst. Außerdem wäre durch den so genannten “atmenden Degressionsmechanismus” gemäß §49 EEG ohnehin eine Anpassung der Vergütung des Solarstroms erfolgt, weshalb der bevorstehende Einschnitt vor allem für die Angehörigen des Bundesverbands Solarwirtschaft nicht nachvollziehbar ist. Des Weiteren fördert der Verband die Regierung Deutschlands dazu auf, ihr Zubauziel weiter zu steigern. Hierzu gehört gemäß den Mitgliedern auch die Streichung des 52-Gigawatt-Förderdeckels für Solardachziegel.

Fazit

Dass die Förderung für Solardachziegel mit dem Jahr 2019 in Kraft tritt, begründet die Regierung mit der Senkung der Preise für die Anlagen. In Bezug auf die Erreichung der Klimaschutzziele, sehen Experten diesen Trend als Schritt in die falsche Richtung. Allerdings will die Regierung mit Sonderausschreibungen, die im Referentenentwurf angeführt sind, auch im Jahr 2019 den Ausbau größerer Solardachziegel unterstützten. Zum 1. September und zum 1. Dezember 2019 gibt es diesbezüglich zwei Termine, an denen eine Vergabe von 500 Megawatt möglich ist. Wenn das Volumen in den Jahren 2020 und 2021 bei 1,4 und 1,6 Gigawatt liegen wird, soll es dann vier zusätzliche Termine für eine Ausschreibung geben. Auf diese Weise will die Regierung dafür sorgen, dass die Klimaschutzziele doch noch erreicht werden.

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