Ein Blick in die Zukunft: Erster Solar-Fahrradweg in Deutschland eröffnet

Ein Blick in die Zukunft: Erster Solar-Fahrradweg in Deutschland eröffnet
In Erftstadt, nahe Köln, wurde der erste Solar-Fahrradweg Deutschlands eröffnet. Stabile Solarpanels bilden den Weg, der 90 Meter lang ist und mit seinem produzierten Solarstrom vier Haushalte versorgen soll. Die Technik hat sich bereits auf einem niederländischen Fahrradweg nahe Amsterdam bewährt und soll nun auch in Deutschland auf ihre Zukunftsfähigkeit getestet werden.

Die Idee von Solmove
Entwickelt wurde die Technologie von dem Potsdamer Start-up-Unternehmen Solmove rund um den Gründer Donald Müller-Judex. Ihm war während einer Reise ins Allgäu aufgefallen, dass der Platz für Solaranlagen auf Häuserdächern immer knapper wird, es aber zahllose ungenutzte Straßen gibt. Die Idee für den Solar-Radweg war geboren.

Solar-Module auf dem Fahrradweg
Neben der Stromproduktion bietet der Solar-Fahrradweg weitere Vorteile: er soll Geräusche dämpfen und gefährliche Stickoxide abbauen. Die einzelnen Panels sind durch ein spezielles Klicksystem miteinander verbunden und verklebt. Für die gefahrlose Nutzung durch Fahrräder besteht die Oberfläche der Module aus bruchsicherem Glas und ist rutschfest. Damit der Weg im Winter frei von Schnee und Eis bleibt, können die Module erwärmt werden. 20 bis 25 Jahre sollen die Solarpanels halten, bevor sie ausgetauscht werden müssen. Laut Solmove sind die Überreste zu 95 Prozent recyclebar.

Ambitionierte Zukunftspläne
Wenn sich das Konzept bewährt, hat Solmove schon zahlreiche Ideen für den Einsatz seiner Technik. Die Pläne des Potsdamer Unternehmens sind ambitioniert. Tausende von Tonnen CO2 sollen durch viele Hunderte Kilometer Solar-Straßen eingespart werden. Langfristig sollen durch das nachhaltige Konzept Milliarden für den Einkauf von Rohöl eingespart werden. Dass sich die Technik bewährt, hat ein Solar-Radweg in der Nähe von Amsterdam bereits bewiesen. Der Fahrradweg erzeugt mehr Solarstrom, als von ihm erwartet wurde. Die Ideen von Solmove gehen allerdings über die reine Stromerzeugung weit hinaus. Die Module könnten mit sensorischen Elementen ausgestattet werden, die zum Beispiel durch eine intelligente Ampelschaltung den Verkehrsfluss steuern könnten.

Große Nachfrage trotz vereinzelter Kritik
Nach eigenen Angaben ist die Nachfrage nach Solar-Fahrradwegen bei Solmove so groß, dass sie aktuell nicht vollständig bedient werden kann. Dennoch gibt es vereinzelt kritische Stimmen an dem Konzept. Die Errichtung von Solar-Wegen ist recht teuer. Zudem sind die horizontal verlegten Module weniger effizient, als Module, die auf schrägen Untergründen, wie Hausdächern, angebracht sind. Inwieweit sich das Konzept tatsächlich bewährt, wird die Zeit zeigen. Bei Solmove ist man sehr zuversichtlich.

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