Ganz leise soll die Einspeisevergütung um 20% abgesenkt werden…

einspeisevergütungGanz leise, still, von der Öffentlichkeit fast nicht wahrgenommen aber mit enormem Tempo, wurde in den vergangenen Tagen vom Bundeswirtschaftsministerium ein Referentenentwurf zum Energiesammelgesetz in den Bundestag eingebracht. Jener Entwurf hat unter anderem zum Inhalt, dass die Einspeisevergütung für Solaranlagen auf Dächern in der Größe zwischen 40kWp und 750 kWp ab 01.01.2019 um 20% Prozent abgesenkt werden soll. Bereits in der kommenden Woche soll darüber abgestimmt werden und es ist zu befürchten, dass mit der Mehrheit der Stimmen von CDU/CSU und SPD diese Gesetzesänderung im EEG auch durchgewunken wird. Ein massiver Stromschlag für die gesamte Solarbranche….

Wer sich bislang mit dem Thema Photovoltaik noch nicht so intensiv auseinander gesetzt hat muss dazu wissen, dass es für eingespeisten Strom ins Netz, der auf Hausdächern produziert wird, eine Einspeisevergütung für 20 Jahre, bezahlt durch den regionalen Netzbetreiber und geregelt durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), bereits seit dem Jahr 2000 gibt.
Obwohl diese Einspeisevergütung sich in diesem Zeitraum massiv verringert hat, die Größe der Photovoltaikanlagen auf den Dächern sich immer mehr an den Eigenverbräuchen orientiert, wird jetzt erneut von der Politik das Segment Photovoltaik im Bereich der Erneuerbaren Energien torpediert.

Gerade jetzt, da das Pflänzchen Photovoltaik seit langer Zeit in diesem Jahr endlich wieder stärker gewachsen ist, kommt extremer Gegenwind und Gewitterregen aus Berlin. Ein Schelm, der Böses dabei denkt, dass unsere Herren Politiker hier von den vier Energieriesen “gesteuert“ werden.

Warum aber ist es, sowohl für Solaranlagen auf dem eigenen Hausdach, wie auch für große Solarkraftwerke auf Eigen- oder auch Fremddächern wichtig, dass durch ein bestehendes Gesetz eine langfristige Planungssicherheit für Investoren besteht?
Die darin geregelte Einspeisevergütung dient dazu, dass sich eine Investition in dem Bereich der Photovoltaik über einen Betrachtungszeitraum von 20 Jahren nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern sich auch wirtschaftlich darstellen lässt.
Ein weiterer Aspekt ist, dass vor allem die Projekte mit Photovoltaikanlagen, in dem durch den Referentenentwurf betroffenen Segment, eine längere Vorlauf- und Planungszeit beanspruchen und in der Regel nicht in einem Zeitraum von 6-8 Wochen umsetzbar sind und deshalb Planungssicherheit benötigen. Und gerade dieses Segment dient vor allem dem Wachstum der Solarbranche.

Schlussendlich kann man als Akteur in der Solarbranche nur die Rückfolgerung schließen, dass unsere Politik in Berlin die eigenen vorgegebenen klimapolitischen Ziele nicht ernst nimmt.
Sollte unsere Bundesregierung diese massive Reduzierung der Einspeisevergütung in dem genannten Segment tatsächlich ab 01.01.2019 durchsetzen, so wird das sicherlich wieder eine Senkung der jährlichen Zubauraten Photovoltaik nach sich ziehen und die gesamte Solarbranche wird erneut nach 2012 wieder massiv leiden. Jedoch zeigen und ermutigen uns mittlerweile ca. 1,6 Millionen Photovoltaikanlagen in Deutschland und auch starkes Wachstum im Stromspeichermarkt, dass der Weg der Erneuerbaren Energien und damit der Weg der dezentralen Energieerzeugung nicht mehr aufzuhalten ist.


der Autor, Dipl.-Kfm. (Univ.) Ralf Kinauer ist seit über 15 Jahren in der Photovoltaik-Branche und seit über 10 Jahren als Geschäftsführender Gesellschafter der Firma Soluwa GmbH mit Sitz in Schwaig b. Nürnberg tätig.

Wir lieben Energie-Unabhängigkeit!

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